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Der Forschungsschwerpunkt Visual Studies in den Sozialwissenschaften präsentiert:

 

Prof. Dr. Gerhard Paul

Die Visual History des Krieges

 

Der Vortrag des Flensburger Mitbegründers der Visual History und Verfassers des Standardwerks Bilder des Krieges/Krieg der Bilder, Prof. Dr. Gerhard Paul, beleuchtet den mit der digitalen Bildgenerierung und -bearbeitung eingeläuteten „pictorial turn“ der postmodernen Kriegsführung, in dem das Bild immer öfters den Status als Abbild hinter sich gelassen hat und zu einer eigenständigen Kraft avancierte. Der Referent spannt anhand zahlreicher Bildbeispiele den Bogen vom Golf-Krieg von 1991 über den andauernden Irak-Krieg bis hin zu den Bildattacken des zeitgenössischen Terrorismus und den Drohnenkriegen der Gegenwart. Er zeigt, wie in den beiden vergangenen Jahrzehnten aus der Berichterstattung über den Krieg ein Mittel seiner Führung wurde. Und er zeigt, wie die Bildproduktionen des islamistischen Terrorismus vielfach von westlichen Bildproduktionen vor- und mitgeprägt waren bzw. miteinander interagieren. Abschließend fragt Prof. Paul, was alles dies für das mediale Publikum bedeutete und wie sich damit schrittweise dessen Status von Betrachtern zu Mitkombattanten veränderte.

Der Vortrag findet um 18 Uhr im Alois-Wagner-Saal der ÖFSE, Sensengasse 3, 1090 Wien statt.

Der Vortrag stellt den Auftakt zur Tagung „War of Pictures 1945-1955“ dar, die am 4. und 5. Oktober 2017 am Institut für Publizistik stattfinden wird.


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